CNN Go (August 2011)
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Profile: Girls’ Generation wollen ’9 Beyoncés’ sein
Koreas größte Girlgroup bekommt den Abschlussauftritt bei Japans Summer Sonic und wirft ein Auge auf entfernte Küsten. Ist die USA bereit?
von Robert Michael Poole 19. August 2011
Girls’ Generation als Abschlussact beim Summer Sonic 2011 in Japan
Musikliebhaber, die zum größten japanischen Musikfestival gehen, dem Summer Sonic, sichern sich damit Plätze, um die größten Musiker der Welt zu sehen, mit Headlinern wie Jay-Z und Beyoncé bis zu Coldplay und My Chemical Romance.
Dieses Jahr aber beendete ein “Special Guest” die Show in Tokio.
Girls’ Geneation sind die ersten koreanischen Künsterlich die das japanische Festival beenden — und in Fussstapfen treten wie denen des früheren Special Guest, Lady Gaga.
“Wir fühlen uns wie Rockstars!”, sagte Tiffany von Girls’ Generation, nur Augenblicke bevor sie auf die Bühne gingen. “Es ist total aufregend bei einem Rockfestival aufzutreten, obwohl wir gar keinen Rock machen. Deswegen hoffen wir der diesjährigen Show einen anderen Dreh zu geben.”
Ihr Aufritt war eine kleine Überraschung für Musikfans in Japan.
Im Juni wurde Girls’ Generations gleichnamiges Album zum bestverkauftesten Debüt von einem ausländischen Künster.
Es verkaufte sich so gut, dass es die 500.000-Barriere durchbrach und die Band zur höchstverdienenden in ganz Japan dieses Jahres machte.
Die silbernen, enganliegenden Outfits — glitzernde schwarze Rücke, Designer-Westen, kniehohe Stiefel — sind eine passende Metapher für die Jahre des Trainings, die die Mädchen durchstehen mussten.
Aber wenn man auch nur ein paar Minuten mit den lebhaften Hallyu-Anführern verbringt, merkt man, dass ihre internationale Karriere grade erst ins Rollen gekommen ist.
Globale Herrschafft
Backstage konnte es die aus Kalifornien stammende Tiffany, die sich offensichtlich freute ein Teil des vielseitigen Sommer Sonic zu sein, gar nicht erwarten dem Publikum ihren Enthusiasmus zu zeigen.
“Wir sind definitiv Fans der Künstler hier und es ist toll mit ihnen auf derselben Bühne zu stehen”, sagte sie auf eine Ecke des Sofas für 9 gequetscht.
“Wir haben uns Avril Lavigne und Panic at the Disco! angehört, aber das war nicht fair, weil Sunny reinkam und schrie ‘Ich hab James Blunt gesehen!’ und Seohyun war so traurig”, erzählte Tiffany und legte mitfühlend einen Arm um Seohyun.
Die Gruppe hat schon als Teil der Show SM Town Live Touren in Los Angeles, Shanghai und Paris gehabt und sie haben versprochen auch weiterhin in anderen internationalen Städten aufzutreten.
Aber die 22-jährige Sunny will auch weiter auf Festivals auftreten “wo auch immer unsere Fans sind… aber wenn wir uns einen speziellen Ort aussuchen müssten, warum nicht Südamerika?”
Jetzt wo Girlgroups der neue In-Artikel aus der Koreanischen-Welle-Maschine ist, hoffen Girls’ Generation und viele andere im begehrten US-Markt Fuss zu fassen.
“Letztes Jahr sind wir in Japan debütiert und deswegen singen wir auf japanisch, aber wir würden definitiv auch gerne englisch singen und eine weltweite Platte aufnehmen”, meinte das zweite aus den USA stammende Mitglied, Jessica.
Im Westen Fuss fassen

Girls’ Generation während sie beim MTV Video Music Aid Japan 2011 performen. Die Gruppe hat am 10. August ein Video zu ihrer neusten japanischen Single “Bad Girl” herausgebracht.
Der Chefredateur der japanischen Ausgabe des Billboard Magazine, Rob Schwartz, glaubt, dass es unausweichlich ist, dass ein asiatischer Künstler in den Vereinigten Staaten Erfolg hat. Könnte das Girls’ Generation sein?
“Ich glaube, es ist unwahrscheinlich, dass es eine Welle wie die K-Pop-Welle in Japan in den USA geben wird,” meint Schwartz. “Jedenfalls ist Amerika ein zu großer Markt dafür und die europäischen Märkte sind dafür zu uneins. Aber irgendwann wird ein asiatischer Künstler den Durchbruch schaffen.”
Wenn Girls’ Generation diese ultimatische Aufgabe meistern, dann werden sie das Gefühl haben, es wohl verdient zu haben. Jessica hat mit 11 Jahren ihren Vertrag mit SM Entertainment unterschrieben im Jahre 2001 und alle Mädchen mussten mehrere Jahre Training durchhalten.
“Wir finden nicht, dass wir schnell Erfolg hatten, weil wir unsere Schuljahre zusammen damit verbracht haben zu trainieren”, sagt Jessica.
“Wir haben unser ganzes Leben damit zu gebracht uns hierrauf vorzubereiten, also ist dieser unglaubliche Erfolg ein Segen, aber wir haben schon so lange darauf gewartet und wir haben noch so viel mehr zu zeigen”, fügte Tiffany hinzu.
Die Gruppe sprach auch über ihre privaten Ziele, suggerierten, dass jenes Mitglied Pläne hat, innerhalb und außerhalb der Gruppe.
“Jedes Mädchen hat geübt zu choreografieren, zu schauspielern und zu singen, also freuen wir uns darauf weiter in der Gruppe zu arbeiten, aber auch unsere individuellen Talente zu zeigen”, sagt Tiffany.
Harte Arbeit

Girls’ Generation als Ehrenmitglieder des Visit Korea Jahres 2010-2011
Das immense Training, das K-Pop-Gruppen heutzutage durchstehen müssen, führte zu vielen Geschichten über starken Druck und Überarbeitung. Hyohyeon und Jessica sind schnell dabei diese negativen Vorstellungen zu zerschlagen.
“Wir bleiben frisch, indem wir albern sind!”, sagt Jessica.
“Wir kommen gerne zusammen und spielen Spiele, reden, haben Übernachtungspartys, essen und machen normales Mädchen-Zeugs”, sagt Tiffany. “Alle sind albern, keine ist still. Das ist die Spezialität unserer Gruppe, wir sind extrem laut!”
“Wir haben auch freie Zeit für uns allein, und die verbringen wir bei unserer Familie und bei Freunden”, sagt Jessica. “Momentan reisen wir viel in die verschiedensten Länder der Welt, aber wir würden gerne wieder Zeit in Korea verbringen.”
In den nächsten paar Monaten werden die Mädchen ein neues Album in Korea promoten, ein Album das “eine weite Auswahl an Songs” beinhaltet und innerhalb von zwei Monaten aufgenommen wurde und auf das eine Tour folgen wird.
“Mit allen 9 Mitgliedern auf der Bühne zu sein ist erfrischend und erregend”, sagt Jessica. “Diese Energie ist wichtig — wir nennen sie Girl Power!”
“Es ist besonders aufregend, weil wir 3 Stunden performen dürfen, alle 9 von uns”, fügt Tiffany hinzu. “Wir haben immer ein anderes Konzept, wenn wir auf die Bühne gehen, aber ich glaube zusammenfassend kann man sagen, dass es bei dieser Gruppe darum geht natürlich zu sein.”
In die Zukunft blicken

Tiffany, Seohyun und Sunny von Girls’ Generation bei einer Zeremonie für das südkorenische Rote Kreuz und UNICEF im August 2011
Schwartz glaubt, dass wenn die Gruppe in anderen Ländern Erfolg hat, dann liegt das nicht nur an harter Arbeit und Energie.
“Es ist extrem schwer einen neuen Künstler zum Durchbruch zuverhelfen, man braucht eine enorme Menge Geld und Köpfchen, und das gilt nicht nur für koreanische und japanische Künstler, es ist auch für amerikanische Sänger sehr schwer”, sagt Schwartz.
Asiatische Künstler verkaufen sich wegen verschiedenen Faktoren eher träge, nach der Meinung von Schwartz.
“[Koreanische Firmen] neigen dazu unwillens zu sein, wenn es darum geht ihre Wege denen anderer Märkte als dem japanischen anzupassen”, meint er.
“Sie wollen immer, dass sich die Dinge nach ihren Bedingungen laufen und nicht nach denen anderer. Andererseits glaube ich, dass koreanische Künster härter arbeiten, weil Korea ein noch kleinerer Markt als Japan ist, also müssen sie sich gut verkaufen.”
“Es ist klar, dass sich asiatische Künster den Preferenzen der amerikanischen Musik anpassen müssen, aber hoffentlich endet das nicht in Nachmacherrei”, führt er weiter aus, als er gefragt wurde, ob Girls’ Generation den Durchbruch schaffen. “Sie müssten die Aufmerksamkeit der Leute gewinnen, in dem sie eine Kampagne durch das ganze Land starten und ich glaube sie können es schaffen, wenn sie die Pressesprecher für eine berühmte Marke werden, so dass ihr Gesicht vor zehntausenden amerikanischen Gesichtern erscheint.”
“Wir wären gerne so wie Beyoncé, sexy und gewaltig!”, sagt Hyoyeon.
“Sie ist heiß und hat eine wahnsinnige Präsenz auf der Bühne, die wir alle auch gern erlernen würden”, sagt Tiffany. “Wir müssen neun Beyoncés werden!”
Girls’ Generation werden bei einem speziellen Event am Samstag den 20. August in Niigata performen, um Spenden zu sammeln für die Opfer des Tohoku-Erdbebens. Danach werden sie als Teil des SM Town Live vom 1. bis zum 4. September im Tokyo Dome auftreten.