Review von MAAs “Monkey Kingdom”

So jetzt reviewe ich endlich MAAs Debut-Mini-Album Monkey Kingdom. MAA wird von Fans als japanische Lady GaGa gehandelt, nur mit intelligenteren Texten.

Monkey Kingdom ist am 1. Dezember 2010 erschienen und war MAAs erste Veröffentlichung, die man sich nicht nur ausleihen konnte. MAA, die eigentlich Maria heißt, nannte sich vorher MAR und war auch ein Teil der kurzweiligen J-Rock-Girlgroup MarBell. In diesem Album, was mit 8 Titeln für ein Mini-Album ziemlich lang ausgefallen ist, verarbeitet MAA unter anderem den Tod ihres Bruders, die Gefahren des Kapitalismus und Schwangerschaften von Jugendlichen. Es ist also ziemlich schwere Kost, durch ihre einzigartigen Arrangements aber wirklich gut zu verdauen.

Das Image dieser CD ist MAA als unabhängige, starke Frau, die sich aus der Enge der Gesellschaft (Gitterstäbe) befreit und diese nach ihren eigenen Werten formt. Ich mag das Cover und das Booklet sehr! Es ist simpel: MAA im kleinen Schwarzen mit Gitterstäben. Aber in ihrem Blick ist auf allen Seiten eine unglaubliche Intensität.

MAA - Monkey Kingdom

Solides Cover, aber leider nichts Außergewöhnliches. Deswegen nur eine Bewertung von:

Cover-Rating: ★★★★☆

So und jetzt kommen wir wieder zur eigentlich Musik:

01. バレリーナ・ブレインシステム (Ballerina Brain System) – Rating: ★★★★½
Ballerina Brain System
ist ein klasse Track, um ein Album zu beginnen. Der Anfang ist sehr elektronisch, aber es wird dann nach und nach ein bisschen weniger. Ich mag dieses Lied sehr und würde dazu gern mal in einem Club tanzen. Hier wird auch deutlich wie MAA es schafft Englisch in ihre Texte einzustreuen, ohne dass es seltsam klingt oder nicht so ganz passen will. In dem Text zu Ballerina Brain System geht es um ein Mädchen, dass sich nach einer Trennung die Erinnerungen von ihrer Beziehung chirurgisch entfernen lassen will. Das Lied ist klasse, aber verglichen mit anderen Tracks auf diesem Mini-Album, kann ich nur 4.5 Sterne vergeben.

ytaudio(H9tReYawSL8)

02. Ghost Enemy – Rating: ★★★★☆
Ghost Enemy
 war MAAs erste Single und ist sehr, sehr dunkel. Der Refrain bleibt einfach in deinem Kopf stecken. Allerdings erinnert dieser Track auch ein bisschen an Namie Amuros Musik. Aber das muss ja nichts schlechtes sein. In dem Text dieses Songs geht es darum wie einen Erinnerungen verfolgen und sie immer wieder ohne Vorwarnung auftauchen und einen so fertig machen können. (Ja, der Ghost Enemy steht für Erinnerungen).

ytaudio(DeoUxPDo7gs)

03. Tomorrow @ Your Kingdom – Rating: ★★★★☆
Tomorrow @ Your Kingdom
 schlägt schon ruhigere Töne an. Es ist noch keine Ballade, aber dieser Song bewegt sich definitiv in die Richtung. Er ist dabei aber immer noch elektronisch und damit tanzbar. Man tanzt dazu dann halt ruhiger. Der Text in diesem Song ist passender Weise ein Gebet zu Gott von einem Mädchen, dass sich fragt, warum ihre Gebete einfach nicht erhört werden.

04. モンキーボーン・シティ(Monkeybone City) – Rating: ★★★★½
Hier wird MAA rockiger mit E-Gittarren, weniger Stimmenverzerrung und allem, was sonst noch dazu gehört. Die Elektroeinflüsse werden so klein, dass man sie kaum noch bemerkt bis zum Ende hin. Dann wird es deutlich. Die Kinderstimmchen finde ich ein bisschen seltsam, aber es passt gut in den Song. Der Text von Monkeybone City ist sehr hermetisch. Ich glaube, dass es darin um die Verführungen der Großstadt geht und darum sie sehr sie Menschen verändern kann. Aber sicher bin ich mir nicht…

ytaudio(XjXM9SDYU5k)

05. ハングオーバー・ペイバック(Hangover Payback) – Rating: ★★★★★
Hangover Payback
ist wieder ein ruhiger Song mit schnellerem Beat wie Tomorrow @ Your Kingdom. Ihre Stimme transportiert so viele Emotionen in diesem Lied, aber es wird nie so viel, dass es kitschig oder unglaubwürdig wird. Einen Text wie diesen findet man auch nicht alle Tage. Es geht um jemanden, der die eigene Einsamkeit dadurch zu verarbeiten versucht, dass er/sie jede Nacht trinkt und damit immer wieder seinen/ihren Eltern vor den Kopf stößt, wodurch er/sie dann wieder ein schlechtes Gewissen bekommt. Das hier ist einer der Songs, bei dem sehr deutlich wird wie MAA den frühen Tod ihres Bruders verarbeitet bzw. höchstwahrscheinlich verarbeitet hat.

ytaudio(65Rn8P4eBBk)

06. Beautiful Mistakes – Rating: ★★★★★
Beautiful Mistakes
 ist mein absoluter Lieblingstrack auf diesem Album. Obwohl dieses Lied für MAA sehr, sehr poppig ist und sich nur bei ihrer sonstigen, eher dunklen Musik anlehnt. Aber ich finde die Botschaft dieses Songs so schön. MAA besingt in diesem Song wie ein One-Night-Stand zu ihrem schönsten Fehler wurde. Im Text beschreibt sie also wie sie ungeplant ein Baby gekommen hat und wie toll dieses Kind ist. Ich sollte aber kurz anmerken, dass MAA noch nicht Mutter geworden ist. Dieser Song ist also rein fiktiv, aber trotzdem wunderschön.

ytaudio(-D1HwEW7ytk)

07. バージンキラー・サンタ(Virgin Killer Santa) – Rating: ★★★★★
Virgin Killer Santa
 ist MAAs eigenwillige Weihnachtsballade. Ja, man kann es als Ballade bezeichnen. Und als Weihnachte- oder Winterballade, weil am Anfang keine Glöckchen klingeln. Der Song ist äußerst beruhigend. Ja, trotz diesem Titel. Im Text dieses Lieds ist MAA einfach unglaublich lustig. Sie erzählt von einem Playboy, der jedes Jahr zu Weihnachten Mädchen abschleppt. Sie scheint aber auch irgendwie mit diesem Typen zusammen zu sein. Aber ihre Bildsprache in diesem Song ist einfach zum Schießen. Lest einfach mal rein und hört euch am besten gleichzeitig den Song an.

ytaudio(n15t2ilZNyU)

08. Demon’s Phone Call – Rating: ★★★★½
Demon’s Phone Call
 ist ein Song, der ein bisschen an Quentin Tarantinos Soundtracks erinnert. Er ist lustig, hat einen tollen Beat und ist wie alle MAA-Songs sehr eingängig. Ich mag nur nicht, dass ihre Stimme hier so verzerrt ist. Aber deswegen gab’s nur einen halben Stern Abzug. Der Text ist wieder eine Glanzleistung. MAA besingt hier wie sie im Gefängnis sitzt und nach und nach realisiert wie sehr ihr Freund sie doch verarscht und dass er sie in den Knast gebracht hat. MAA hat wirklich komödiantisches Talent!

ytaudio(6iXMaxbSWSY)

MAA hat hier ein  für die japanische Pop-Szene wirklich ungewöhnlich tiefgründiges Debut-Album hingelegt. Hört es euch definitiv mal an! Ihre Musik hat etwas unglaublich Einzigartiges, ist aber trotzdem tanzbar. Fast jeder Song hat Ohrwurm-Charakter und ihre Texte regen zum Nachdenken an, auch wenn man manche vorher erstmal interpretieren und verstehen lernen muss. Insgesamt bekommt Monkey Kingdom die Wertung:

Overall Rating: ★★★★½

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